Zuhören, um des lieben Friedens willen?

Weniger Konflikte mit GFK?

Nehmen die Konflikte mit der Gewaltfreien Kommunikation eigentlich ab?

Meine Antwort ist: “Kurzfristig NEIN, langfristig JA.”

Stellen Sie sich vor, Ihr Partner/ Ihre Partnerin kommt abends gestresst nachhause und erzählt Ihnen von seinem/ ihrem katastrophalen Arbeitstag, was alles nicht geklappt hat, wer an was schuld ist und dass er/ sie die Nase voll hat.
Um des „lieben Friedens willen“ hören Sie zu, doch innerlich sind Sie genervt, da Sie dieses „Klagen“ nicht zum ersten Mal hören.
Bisher schwiegen Sie, um keinen Konflikt heraufzubeschwören.

Nun haben Sie die Gewaltfreie Kommunikation kennengelernt und möchten sich authentisch zeigen und darlegen, dass Sie die Problematik im Büro nicht mehr hören wollen; Sie nicht die „Klagemauer“ sind.
Sie bringen den Mut auf, für sich und Ihre Bedürfnisse einzustehen und diese mitzuteilen.

Vielleicht so:

Gerade erzählst du mir von deiner Situation am Arbeitsplatz. Ich merke, dass ich angespannt und nervös bin, da dieses Gespräch bereits gestern und letzte Woche stattgefunden hat. Mir ist Entwicklung wichtig. Ich möchte dich bitten, für dich zu klären, ob du in diesem Job richtig bist, um dann miteinander zu besprechen, wie wir damit umgehen können, geht das?

Für Ihr Umfeld kann das erst mal neu sein, denn bisher hatte es Sie als duldsame, schweigende und zuhörende Person wahrgenommen.
Ihr Gegenüber reagiert wahrscheinlich irritiert und vielleicht schockiert. Diese neue Seite kennt es noch nicht an Ihnen.

Das Gespräch ist dadurch vielleicht erst mal kontrovers, da Ihr: e Partner: in sich betroffen zeigen könnte und Ihnen Vorhaltungen macht, wie:
• „Er/ sie sich ja wohl noch mal mitteilen dürfe“
• „Was ihm/ ihr wichtig sei, jetzt noch nicht mal mehr zuhause gesagt werden dürfe“
• „Wenn er/ sie es ihnen nicht erzählen könne, wem denn dann?“

Sie bleiben offen und verständnisvoll und geben Empathie. Hören hin, welche Gefühle und Bedürfnisse Ihr: e Partner: in hat.
Spürt Ihr Gegenüber, dass Sie ihre wertschätzende Haltung beibehalten, finden sich neue Lösungen, die Ihre und die Bedürfnisse des Gegenübers berücksichtigen.

Diesen Konflikt haben Sie angesprochen. Sie haben klar und wertschätzend für sich und Ihre Bedürfnisse eingestanden. Ein Durchbruch für Veränderung.
Diese Situation werden Sie wahrscheinlich zukünftig nicht mehr haben. Es findet Entwicklung statt.

Nach meiner Erfahrung nehmen mit dem „inneren Aufräumen“, verbunden mit der eigenen Klarheit, die Konflikte nach und nach ab.
Und auch das will ich hinzufügen. Es ist nicht immer der leichteste Weg, doch ein lohnenswerter.